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Evolutionsreihe Gerste im Versuch

Gerste ist neben Emmer und Einkorn eine der ältesten Getreidearten, die von Menschen kultiviert wurde. Die modernen Gerstenarten waren in der Bronzezeit unbekannt, und um unsere Darstellung zu verbessern, versuchten wir schon in der Vergangenheit alte und wilde Sorten zu vermehren, leider mit weniger Erfolg. Entweder wuchs die Art nicht oder sie wurde vor der Erntereife von Tieren gefressen.

In diesem Jahr sollte sich das ändern, und es wurden gleich 30 verschiedene Gerstenarten aus aller Welt ausgesät. Dreschflegel hatte diese zusammengestellt und auch eine kleine Broschüre zur Gerstenevolution veröffentlicht. Im „fruchtbaren Halbmond“, also Irak, Iran, Israel, Südtürkei, fanden sich die ältesten archäologischen Nachweise der Gerste aus der Zeit von 10000 bis 8000 v. Chr. Das war vor allem Wildgerste; die Zeit der Kulturgerste begann etwa 7000 v. Chr. Etwa 8000-6000 v. Chr. breitete sich die vierzeilige Gerste über Griechenland nach Mitteleuropa und besonders in den Gebieten mit sandigen Böden, so auch nach Norddeutschland aus.
Gerste enthält weniger Gluten als Weizen und ist daher weniger zum Backen von Brot geeignet, aber gut für Fladenbrot, Getreidebrei oder zum Brauen von Bier zu verwenden.

Uns interessierte nun vor allem, welche Gerste sich bei uns am besten bewährt. In dem Paket waren 7 x Wintergerste, 2 x Wildgerste und 21 x Sommergerste. Die Wild- und Sommergerste wurde in diesem Frühjahr direkt in den Boden gesät, während die Wintergerste ein Jahr vorher in kleinen Töpfen vorgezogen und später in den Acker gepflanzt wurde. Das war nötig, weil der Boden erst umgegraben werden sollte und noch nicht abgeerntet war. Gepflanzt wurde Mitte Oktober (Mitte September gesät) und die Sommergerste Ende März gesät.

Die Wintergerste wuchs sehr gut und war bereits Ende April höher als der Zaun. Die ersten Ähren konnte man schon fühlen und bei manchen Arten auch sehen. Leider stürmte es Anfang Mai und die hohe Gerste legte sich auf den Boden. Sie musste mit Schnüren und Stöcken aufgerichtet werden. Die Sommergerste war zu diesem Zeitpunkt etwa 10cm hoch.

Während die Wintergerste sehr gut wuchs, kam die Sommergerste kaum in Gang. Zuerst war das Jahr recht feucht und kalt, um dann trocken und kühl zu werden. Keine besonders guten Wachstumsbedingungen. Zumindest nicht für zarte Getreidepflanzen: die Wintergerste konnten sie nicht mehr einholen. Die Ähren blieben viel kleiner; die gesamte Pflanze sah schwächer und magerer aus. Erst die später reifenden Arten hatten bessere Ähren.

Mit der Ernte begannen wir Ende Juni bei den Nacktgersten, und zwei Wochen später war die andere Wintergerste reif genug. Die gesamte Erntemenge betrug leider nur 100g. Der Grund war nicht, dass sind nicht genug Ähren gewachsen sind. Nein! Es waren kaum noch welche da! Halme ohne Ähren wehten im Wind, die einige Tage zuvor noch Körner trugen. Nur eine Gerstenart wurde von den Vögeln verschont, wahrscheinlich wegen ihrer langen Grannen, und diese wandert in ein paar Monaten als Saatgut wieder auf dem Acker. Von der Sommergerste gab es leider aus dem gleichen Grund keine Ernte.

3 x Wintergerste:

gerstenversuch009Wintergerste  gerstenversuch001gerstenversuch001  gerstenversuch003gerstenversuch003

 

2 x Sommergerste, rechts: sechszeilige Wintergerste

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Die Ernte:

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Der Anbauplan:Anbauplan