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flint

Von Schlagmarken, Wallner-Linien und Abbauflächen. Am 5. August war das Werkplatzgebäude des Bronzezeithofes mit 14 TeilnehmerInnen voll belegt, die unter der Leitung von Thomas Lessig-Weller M.A. in die Geheimnisse der Flintbearbeitung eingeweiht wurden....  

Die Vorkenntnisse der 8 Archae-Mitglieder, zwei Mitglieder vom Arbeitskreis Bronzezeithof und drei MitarbeiterInnen der Bezirksarchäologie waren recht unterschiedlich, weshalb Thomas zunächst eine kurze theoretische Einführung gab. Dann ging es an die Knolle – ein Ausdruck, der von ihm immer wieder aufgegriffen wurde, verglich er doch die Herstellung von Abschlägen mit dem Schälen einer Kartoffel – und in der Tat sieht ein gelungener Abschlag so aus wie ein etwas dick abgeschälter, gebogener Span der Schale. Voraussetzung für diesen Erfolg ist aber die richtige Vorbereitung. Natürlich hatte niemand die Vorstellung, dass die Herstellung von Feuersteinwerkzeugen ein einfaches Draufherumkloppen auf Flintknollen war, ausgeführt von primitiven Urmenschen. Wie planvoll und präzise aber dieser erste und wichtigste Arbeitsgang – die Präparation des Kerns, von dem die Abschläge abgespalten werden –  durchgeführt werden muss, das überraschte denn doch. Was hergestellt werden soll, muss als klare Vorstellung im Kopf sein, und der Weg dahin ist recht lang und steinig…

An dieser Stelle soll gar nicht genau beschrieben werden, welche Physik und Technik dahinter steckt – wer Genaueres wissen will, sei auf die Möglichkeit verwiesen, selbst Hand anzulegen beim nächsten Seminar, das im kommenden Frühjahr stattfinden soll. Erwähnt werden muss nur noch, dass die Sache von einigen bis auf die (Pfeil-)Spitze getrieben wurde, einschließlich der mysteriösen Fähigkeit, sogar Flächenretuschen  herzustellen. Aber auch denen, die nichts zustande brachten, was über die Stufe der einfachsten Chopping Tools hinausging, wurde das Material vertrauter, die Techniken näher gebracht und das Verständnis der vielen Begriffe, die das Flintschmieden beschreiben, durch die Arbeit vertieft. Wer einmal selbst erlebt hat, wie dieser Stein auf den Schlag reagiert, wie lange Späne oder – wenn’s nicht gut läuft – nur viele kleine Splitter vom Kernstein abspringen, wie Schlagmarke, Bulbus, Wallner-Linien, Radialfissuren etc. entstehen, vergisst diese Terminologie nicht mehr.

Dieses ganz besondere Seminar war ein intensives Erlebnis – weitere sollen folgen!

Flintseminar(Fast) alle schauen Thomas Lessig-Weller (ganz rechts) gebannt auf die Hände.

Flintseminar

Und dann geht’s los: Präparation des Kernsteins.

Flintseminar

Der Meister führt die Technik der Flächenretusche vor – hohe Schule…

Flintseminar

Einigen gelingt’s recht gut: ein Abschlag, der gut weiter zu verarbeiten ist.