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Der Arbeitskreis drückt wieder die Schulbank! Begonnen haben wir mit einem Flechtkurs.

Gudrun Hartjens hat letzten Herbst beim Backofenbau geholfen und nebenbei erzählt, dass sie auch mit Naturmaterialien Flechten kann und uns das gerne zeigen will. Das Angebot haben wir uns nicht entgehen lassen.

Flechten ist ein lang gehegter Wunsch des Arbeitskreises. Wir können zwar Flechtwände herstellen, aber Filigranes wie Körbe und Schalen will noch nicht so recht gelingen. Auch möchten wir unseren Gästen an den Besuchstagen das Flechthandwerk zeigen und die Ergebnisse sogar nutzen - wenn sie denn gelingen. Deswegen sind wir froh, dass Gudrun uns dabei hilft.

werkzeug

Letzten Herbst hatte sie schon das passende Werkzeug mitgebracht: Kuhhörner mit zwei Bohrungen (9 und 14mm), ein Spaltholz und eine Flechtnadel. Nicht auf dem Bild, aber benötigt werden außerdem: eine gute Gartenschere, ein Brettchen mit Band zum Festbinden an den Oberschenkel und ein starkes Messer.

Wir besitzen bereits einige Flechtkörbe aus Weide und wollen gerne selber welche machen, aber wir hatten nicht genug Weidenruten für alle Teilnehmer. Also besorgte Gudrun Stroh, damit lässt sich das Flechten noch einfacher erlernen. Mit Stroh lassen sich Schalen, Zielscheiben für unsere Bogenschützen und sogar Schuheinlagen für nasskalte Wintertage flechten.

Das Stroh wird im ersten Schritt in kleine Bündel von 5-6 Halmen gebunden, sogenannte Docken. Diese werden beim Flechten ineinander geschoben und mit Brombeerranken umwickelt. Diese haben wir bereits in frühem Februar geschnitten, denn das Vorbereiten dauerte doch ziemlich lange für eine, zugegeben kleine Hand voll Ranken. Warm war an dem Tag auch nur der Tee, das Wetter jedenfalls nicht.

Die Ranken werden nach dem Abschneiden mit einem Kuhhorn entdornt, danach schneidet man sie mit dem Messer auf der Stirnseite dreimal ein und setzt das Spaltholz auf das Ende. Die Ranke wird gegen das Holz geschoben und wenn die Ranke gut ist, kann manchmal mehr als 1 Meter am Stück spalten. Die optimale Länge ist etwa 0,7-1,5m, damit kann man gut arbeiten. Mit den Kürzeren unter 60cm kann man nur das Ausschaben des Markes üben.

Dazu bindet man sich das Brettchen als Arbeitsplatte auf den Oberschenkel und zieht die Ranke unters Messer entlang. Zum Abschluss wird die Ranke um einen Stamm gezogen und gescheuert, dadurch entstehen kleine Risse. Das sind Sollbruchstellen, die dicht an dicht liegen und so einen Totalbruch beim Flechten verhindern sollen.

Als wir alle sechs Arbeitsschritte (schneiden, entdornen, einschneiden, spalten, ausschaben, scheuern) verinnerlicht hatten, zeigte uns Gudrun, wie das bei Weideruten funktioniert. Große Überraschung: viel einfacher. Warum nicht gleich damit? Naja, der Test auf die Zugfestigkeit der beiden Materialien steht noch aus...

 

entdornen

ziehen
Brombeer bald Dornen- und Blattlos. Ria hat ihre Ranke fast fertig. Gudrun prüft, ob sie es richtig macht.


Wir werden noch einige Wochen brauchen bis die ersten Flechtwerke fertig sind, die wir dann an dieser Stelle zeigen.